BERLIN – Ein Virus, das durch Oralsex übertragen wird, ist die Hauptursache für Kehlkopfkrebs bei den unter 50-Jährigen.
Das haben amerikanische Wissenschaftler nun eindeutig herausgefunden, berichtet die britische Dailymail. Sie warnen vor dem Humanen Papilloma-Virus (HPV), das durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird und in den letzten Jahrzehnten für einen deutlichen Anstieg der Anzahl oraler Krebserkrankungen gesorgt hat.
Ärzte raten dazu sowohl Jungen als auch Mädchen schon im jugendlichen Alter zu einer Impfung gegen das Virus, um eine Weiterverbreitung zu unterbinden.
HPV ist als Auslöser von gut 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs bekannt . Seit 2008 werden Mädchen im Alter von 12 bis 13 Jahren in der Schule gegen das Virus geimpft. Krebs in Mund und Hals wurden früher vor allem bei älteren Männern diagnostiziert, die viel Alkohol tranken und starke Raucher waren. Heute findet man die gefährlichen Erkrankungen immer häufiger bei jungen Männern.
Immer mehr Erkrankungen auf das Virus zurückgeführt
Professor Maura Gillison von der Ohio State University in Columbus sagte, dass der sexuell übertragbare HP-Virus eine häufigere Ursache für Krebs sei, als Alkohol und Tabak.
“Von einem streng wissenschaftlichen Standpunkt aus wissen wir jedoch nicht genau, ob eine Impfung vor Infektionen mit HPV schützen kann. Aber wir sind optimistisch, dass es das wird.”
In Großbritannien steigt die Verbreitung von Kehlkopfkrebs deutlich an. In den USA haben sich die Zahlen von oralen Krebserkrankungen in den letzten 20 Jahren sogar verdoppelt. In Schweden vermutete man in den 1970ern, dass rund ein Viertel der Krebserkrankungen im Mundbereich auf HPV zurückzuführen sind. Heute geht man schon von rund 90 Prozent aus.
Oralverkehr birgt große Gefahr
“Wer mit dem HPV 16 infiziert wurde – dem Errregerstamm, der Krebs auslöst – hat ein 14-fach erhöhtes Risiko, an Mundrachenkrebs zu erkranken.“, sagt Gillison. Und sie fügt hinzu: “In engem Zusammenhang mit einer HPV-Infektion steht auch die Zahl der Sexualpartner, die man in seinem Leben hat und insbesondere die Zahl der Personen, mit denen man Oralverkehr hatte. Je höher diese Zahl, desto größer das Risiko einer oralen Infektion.“
Die meisten HPV-Infektionen haben übrigens keine Symptome und oft bedürfen die Erkrankten keiner Behandlung. Die Krebserkrankungen, die das Virus auslöst, sind jedoch gefährlich und verlaufen oft tödlich.
Quelle: dnews