Aus alt mach neu! Zwei junge Schweizerinnen schneiden Sexfilme aus den Siebzigern zu lustvollen Collagen zusammen. Auf den Biolatschen-Look vieler feministischer Pornos verzichten sie dabei, sie setzen ganz auf den Sex-Appeal der Ästhetik – und auf modernen Sound.
Ihr dicht gelocktes Schamhaar zeichnet sich unter der leuchtend roten Wäsche ab, während sie ihren mit Schmuck behangenen Körper sparsam auf und nieder bewegt. Ihre Finger krallen sich in dem pompösen hellblauen Samtsofa fest. Ihr zartes Gesicht ist fein geschminkt. Sie reißt den Mund auf und beginnt laut zu stöhnen. “Mir gefällt die Kameraführung und das schöne sanfte Licht”, sagt Sandra Lichtenstern und schaut von ihrem Laptop auf. “Aber macht es dich auch an?”, fragt Kollegin Sabine Fischer.
Diese Frage ist immer entscheidend, schließlich geht es hier um Pornos.
Gerade haben die beiden jungen Frauen aus Basel mit der Arbeit an ihrem zweiten Film “Pornographical Remix Vol.: 4-6″ begonnen, ihre erste DVD hat sich über 500 Mal verkauft. Noch wochenlang werden sie in ihrem schicken Atelier sitzen und einen Siebziger-Jahre-Porno nach dem anderen schauen, manchmal acht Stunden am Tag. Dabei ergeht es ihnen wie vielen anderen Pornokonsumenten: “Erst findest du alles geil, nach einiger Zeit lässt es dich kalt”, sagt Lichtenstern.
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